Herzinfarkt, plötzlicher Herzstillstand und Schlaganfall gehören zu den häufigsten lebensbedrohlichen Ereignissen.

Bei Notfällen ist es entscheidend, die Symptome richtig zu erkennen und danach schnellstmöglich richtig zu handeln. Jede Sekunde zählt!
Vermuten Sie einen dieser Notfälle, sollten Sie sofort die Notfrufnummer 112 wählen. Zeitverzögerung kann zu schweren Folgen bis hin zum Tod führen.

Richtig Alarmieren

Kommt es zu einem Notfall, lautet eine der wichtigsten Regeln: Auf keinen Fall mit dem Anruf bei der Rettungsleitstelle zögern! Verlieren Sie keine wertvolle Zeit, indem Sie uns, den Hausarzt, Ver wandte oder Nachbarn benachrichtigen. Auch in der Nacht und am Wochenende sollten Sie nicht zögern, den Rettungsdienst zu rufen. Alarmieren Sie unverzüglich den Notruf 112 !

Keine Scheu vor Fehlalarm!

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzstillstand rufen Sie lieber einmal zuviel an als gar nicht.
Wenn Sie die 112 oder die örtliche Notrufnummer anrufen, äußern Sie deutlich den Verdacht auf einen dieser Notfälle, da sonst nur evtl. ein einfacher Rettungswagen kommt. Der Rettungswagen mit Notarzt ist mit einem Defibrillator ausgestattet, mit dem auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (z.B. Kammerflimmern) beendet werden können.

Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen

Immer wieder gehen bei Leitstellen Notrufe ein wie: „Kommen Sie sofort, mein Mann/meine Frau ist zusammengebrochen“, und ohne die Adresse anzugeben, wird der Hörer eingehängt.
Folglich weiß der Notarzt nicht, wohin er fahren soll. Warten Sie daher immer ab, ob noch Rückfragen kommen. Das Gespräch beendet die Leitstelle.

 

Herzinfarkt

Der Herzinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens, bei der Teile des Herzmuskels durch Minderdurchblutung absterben. Ein Herzinfarkt kann als Folge von Arteriosklerose der Herzkranzgefässe auftreten und kann zu einem Herzstillstand führen.

Symptome Herzinfarkt:

  • Beklemmende anhaltende Enge im Brustkorb, besonders bei Anstrengung
  • Druckgefühl oder stechende Schmerzen im Brustbereich
  • Ausstrahlung dieser Schmerzen in den linken Arm, den Rücken, die Schulterblätter oder den Unterkiefer
  • Plötzliche Schmerzen im Oberbauch (anstatt im Brustbereich)
  • Dauer der Schmerzen anhaltend
  • Alarmieren Sie unverzüglich den Notruf 112 und sagen Sie sofort,bdass es sich um einen Herznotfall handelt, damit umgehend ein Rettungsdienst geschickt wird. Der Rettungsdienst ist u.a. mit einem automatischen externen Defibrillator (AED) ausgerüstet, mit dem lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammer flimmern) beendet werden können.
  • Ruhe bewahren!
  • Vergessen Sie nicht, Ihren Namen und Ihre Adresse zu nennen und eine Telefonnummer zu hinterlassen, wo man Sie erreichen kann. Ganz wichtig ist auch, den genauen Standort des Opfers anzugeben.
  • Warten Sie ab, ob noch Rückfragen kommen – nicht vorzeitig auflegen!
  • Lagern Sie den Patienten mit etwas erhöhtem Oberkörper und achten Sie darauf, dass er nicht friert. Öffnen Sie einengende Kleidung und versuchen Sie Ruhe auszustrahlen.

Herzstillstand

Herzstillstand ist ein Begriff für das nicht mehr pumpende Herz. Er wird durch Kammerflimmern oder gänzlich fehlende Herzaktivität (Asystolie) ausgelöst. Herzstillstand kann die Folge eines Herzinfarktes sein.

Symptome Herzstillstand:

  • Opfer fällt um oder sinkt im Stuhl zusammen
  • Keine Reaktion auf lautes Ansprechen oder Schütteln
  • Keine Atmung
  • Kein Puls

Oft vorausgehend: Schwindelanfälle, Schweissausbruch, Übelkeit, Brustschmerz, Kammerflimmern

  • Die Rettungskette (Die lebenswichtigen Schritte bei Personen ohne Reaktion auf lautes Ansprechen oder Schütteln)
    1. Hilfe rufen! Notruf 112 – AED (Automatischen Externen Defibrillator) anfordern
    2. Herz-Lungen-Wiederbelebung
      Unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen: auf 30 Brustkorbkompressionen folgen 2 Atemstösse über mindestens 2 Minuten oder bis der AED eintrifft
    3. Atemweg: Freimachen und freihalten
      Mundhöhle freimachen
      Kopf nach hinten überstrecken
      Unterkiefer nach vorne und oben anheben (Mund schliessen, Prothesen entfernen)
    4. Beatmung: Weglassen bei schwierigen Umständen
      Mund-zu-Nase-/Mund-Beatmung oder Taschenmaske
      Langsam 2 erste Beatmungsstösse, dann 10 –12 Beatmungsstösse pro Minute, bis sich der Brustkorb hebt (Atemvolumen ca. 700 –1000 ml)
    5. Circulation/Compression: Brustkorb-Kompression
      Harte Unterlage
      Druckpunkt untere Brustbein-Hälfte
      Gestreckte Arme, Hüftgelenk als Drehpunkt
      4–5 cm tief
      Frequenz: 100-mal pro Minute komprimieren

Weitere Anlaufstellen

Chest Pain Unit

Neuerdings gibt es in einigen Kliniken Einrichtungen, die genau auf Patienten mit Beschwerden im Brustkorb ausgerichtet sind. Die Chest Pain Unit (engl. für Brustschmerzeinheit) ist eine Notfallambulanz, die allen Patienten mit akuten Brustkorbbeschwerden offen steht. Diese Chest Pain Units werden vom Notarzt/Rettungswagen (112) angefahren. Aber sie stehen auch zur Verfügung für Patienten, die nicht so starke Schmerzen haben, oder die zweifeln, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt.
Patienten können sich direkt ohne ärztliche Überweisung und ohne Anmeldungsformalitäten vorstellen. Die Chest Pain Unit ist 24 Stunden geöffnet und mit allen modernen Geräten ausgerüstet, die zur umgehenden Versorgung von Herznotfallpatienten notwendig sind. Der Patient wird dort sofort untersucht. Die Ärzte entscheiden anhand der Untersuchungsbefunde, ob der Patient nach Hause gehen kann oder sofort behandelt werden muss.

Hier finden Sie die zertifizierten CPUs

Deutsche Herzstiftung

Die Herzstiftung bietet eine kostenfreie Herznotfall-App, die Laien anweist, wie man sich bei bestimmten Herznotfällen (z. B. Verdacht auf einen Herzinfarkt, plötzlicher Herztod) richtig verhält. Neu hinzugekommen ist der Herzinfarkt-Risikotest in der App für diejenigen, die wissen möchten, ob ihre Gesundheit gefährdet ist.

Die App lässt sich hier kostenfrei für folgende Betriebssysteme herunterladen: